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Baustellenproben

Zu unseren Kerngebieten gehört die Prüfung von Materialien aus Kanalsanierungsprojekten. Damit die Prüfungen optimal durchgeführt werden können, müssen die Proben bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Folgende Dinge gilt es deshalb bereits im Vorfeld zu beachten:

Probenentnahme
Nach der Aushärtung des Schlauchliners wird in der Regel ein separat installiertes Beprobungsrohr im durchfahrenen Zwischenschacht oder am Ende der Haltung herausgelöst. Es sollte sich nach Möglichkeit außerhalb der sanierten Leitung befinden, jedoch den gleichen Verfahrens- und Umgebungsbedingungen obliegen. Während im Schacht meist aus praktischen Gründen nur die obere Hälfte des Liners als Baustellenprobe zur Verfügung steht, lässt sich am Haltungsende ein vollständiger Ring als Rohrabschnitt gewinnen. Vor der weiteren Bewertung der geborgenen Probe ist zunächst festzustellen, ob das Beprobungsrohr oder der Beprobungsschlauch dimensionsstabil geblieben ist und keine unzulässigen Dehnungen aufweist. Dimension und vorhandene Wanddicke des ausgehärteten Liners lassen Schlüsse auf die erforderliche Laminatverdichtung zu. Ebenso sollte der Beprobungsbereich während der Aushärtungszeit nicht unter fließendem Grundwassereinfluss gestanden haben.

Genaues Härtungsprotokoll
Unabhängig von der angewandten Technik zur Aushärtung ist anhand des Temperaturverlaufes im Härtungsprotokoll zu überprüfen, ob das Reaktionsharz im Linerlaminat über einen längeren Zeitraum unter erhöhter Temperatur ohne Eintritt einer Härtungsreaktion gestanden hat, denn eine solche Situation kann zu einem Viskositätsabfall und Ablaufen des Harzes im Liner führen. Aus diesen Gründen ist nicht nur die Bezeichnung der Entnahmestelle, sondern auch die Einbauposition auf der Probe ein wichtiger Hinweis für die weitere Bewertung.

Sachgemäße Teilung von Proben
Bei einer Teilung der Probe in Rückstellmuster und Prüflaborprobe ist darauf zu achten, dass die Teilung symmetrisch erfolgt, d. h. es ist eine Links- / Rechtsteilung von Rohrringabschnitten vorzuziehen, da hierbei eine mögliche Harzabwanderung in der Regel zu jeder Seite gleichmäßig erfolgt und somit bei eventuell erforderlichen Wiederholungsprüfungen gleichgelagerte Ergebnisse zu erwarten sind. Bei einer Probenaufteilung in eine obere und eine untere Hälfte könnte im Sohlbereich eine Harzanreicherung und im Scheitelbereich ein entsprechendes Harzdefizit entstanden sein, so dass eine Prüfung beider Hälfen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann.

Bestimmung von Dichte und Glührückstand

Im Zusammenhang mit einer Nachbeprobung ist es daher ratsam, neben der Durchführung der beauftragten Prüfung auf jeden Fall eine Bestimmung der Dichte respektive eine Glührückstandsbestimmung durchzuführen, um eine Aussage über die Laminatzusammensetzung zu erhalten, denn zwischen Wandaufbau und mechanischem Verhalten besteht bei dem vorliegenden Verbundwerkstoff ein direkter Zusammenhang.

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